{"id":654,"date":"2016-02-15T07:07:31","date_gmt":"2016-02-15T06:07:31","guid":{"rendered":"http:\/\/republicdomain.net\/deck\/?p=654"},"modified":"2016-02-15T07:07:31","modified_gmt":"2016-02-15T06:07:31","slug":"kleine-dada-soiree-veranstaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/republicdomain.net\/redada\/kleine-dada-soiree-veranstaltung\/","title":{"rendered":"Kleine Dada Soiree (Veranstaltung)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/b1\/Theo_van_Doesburg_kleine_Dada_soir%C3%A9e.jpg\" width=\"845\" height=\"846\" \/><\/p>\n<p>In Z\u00fcrich wurde der Mythos Dada begr\u00fcndet. Es gibt einen Geburtsort und ein Geburtsdatum von Dada. Der Geburtsort ist das Cabaret Voltaire. Das Geburtsdatum ist der 5. Februar 1916 als Hugo Ball und Emmy Hennings das Cabaret Voltaire in Z\u00fcrich er\u00f6ffneten. Der erste Abend ist schon ein grosser Erfolg, wie Hugo Ball beschreibt:<\/p>\n<p>\u201eDas Lokal war \u00fcberf\u00fcllt; viele konnten keinen Platz mehr finden.\u201c<\/p>\n<p>An diesem Er\u00f6ffnungsabend waren auch Hans Arp, Tristan Tzara und Marcel Janco beteiligt. Eine Woche sp\u00e4ter gesellt sich Richard Huelsenbeck aus Berlin dazu. Er pl\u00e4diert daf\u00fcr, da\u00df man den Rhythmus verst\u00e4rkt, den Negerrhythmus, um die Literatur in Grund und Boden zu trommeln. Auch Sophie Taeuber Arp ist an den Abenden im Cabaret Voltaire zugegen und belebt mit zeitgen\u00f6ssischem Tanz die kubistischen Kost\u00fcme und Masken von Marcel Janco. Emmy Hennings wird indes zum Stern des Cabarets, wie die Z\u00fcrcher Post berichtet. Zusammen lassen sich die sieben Dada-Begr\u00fcnder jeden Abend bis zum Irrsinn bis zur Bewusstlosigkeit gehen, um Dada geb\u00e4ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eEin undefinierbarer Rausch hat sich aller bem\u00e4chtigt. Das kleine Kabarett droht aus den Fugen zu gehen und wird zum Tummelplatz verr\u00fcckter Emotionen.\u201c (Hugo Ball)<\/p>\n<p>\u201e Dada ist \u00fcber die Dadaisten gekommen, ohne dass sie es wussten; es war eine conceptio immaculata&#8230;. Dada wuchs sich unter den H\u00e4nden der Herren in Z\u00fcrich zu einem Lebewesen aus, das bald alle Anwesenden um Hauptesl\u00e4nge \u00fcberragte \u201c (Richard Huelsenbeck, 1920)<\/p>\n<p>Irgendwann im April 1916, also gut zwei Monate nach der Er\u00f6ffnung des Cabaret Voltaire, tauchte der Begriff Dada erst auf.<\/p>\n<p>Den mystischen H\u00f6hepunkt von Dada bildet der 23. Juni 1916 als Hugo Ball seine \u201eVerse ohne Worte\u201c, die ersten Lautgedichte als Magischer Bischof im kubistischen Kost\u00fcm vortr\u00e4gt. Nachdem er bereits die ersten beiden Lautgedichte vorgetragen hat, fragt er sich wie er es zu Ende f\u00fchren soll: \u201eDa bemerkte ich, da\u00df meine Stimme, der kein anderer Weg mehr blieb, die uralte Kadenz der priesterlichen Lamentation annahm, jenen Stil des Me\u00dfgesangs, wie er durch die katholischen Kirchen des Morgen- und Abendlandes weh klagt. &#8230;.Einen Moment lang schien mir, als tauche in meiner kubistischen Maske ein bleiches, verst\u00f6rtes Jungengesicht auf, jenes halb erschrockene, halb neugierige Gesicht eines zehnj\u00e4hrigen Knaben, der in den Totenmessen und Hoch\u00e4mtern seiner Heimatspfarrei zitternd und gierig am Munde der Priester h\u00e4ngt. Da erlosch, wie ich es bestellt hatte, das elektrische Licht, und ich wurde vom Podium herab schwei\u00dfbedeckt als ein magischer Bischof in die Versenkung getragen.\u201c<\/p>\n<p>Drei Wochen sp\u00e4ter, am 14. Juli 1916 verabschiedet sich Ball von Dada und tr\u00e4gt das Erste Dada Manifest im Haus Zur Waag vor, was gleichzeitig als ein Abgesang auf Dada verstanden werden kann.<\/p>\n<p>Im Jahr darauf wird Dada bereits zum Programm und in der Galerie Dada am Paradeplatz werden salonf\u00e4hig die Best Ofs aus dem Cabaret Voltaire aufgef\u00fchrt. Die letzte Dada Soir\u00e9e in Z\u00fcrich findet am 9. April 1919 im Saal zur Kaufleuten statt und l\u00f6st Tumulte aus, die den Saal mit seinen 1500 G\u00e4sten zum \u00fcberbrodeln bringt. (Quelle: Cabaret Voltaire)<\/p>\n<p>Download (?) | Diverse Dadaistinnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In Z\u00fcrich wurde der Mythos Dada begr\u00fcndet. Es gibt einen Geburtsort und ein Geburtsdatum von Dada. Der Geburtsort ist das Cabaret Voltaire. Das Geburtsdatum ist der 5. 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